Architecture

P8 Gipfel
Wohn-Chamä­leon am Dach
Dach­ge­schoss Phase 3/3

Kann man heut­zu­tage inner­städ­tisch an einem Ort flexi­bel wohnen trotz unter­schied­li­cher Lebens­pha­sen?

Ja, das Wohn-Chamä­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­leon ermög­licht es.

Das Wohn-Chamä­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­leon am Dach wurde als Dach­ge­schoss­aus­bau (300 m²) auf einem histo­ri­schen Grün­der­zeit­haus in mehre­ren Phasen umge­setzt. Im Zentrum des Projek­tes steht der Leit­ge­danke, dass sich die räum­li­che Konfi­gu­ra­tion des Hauses auf unter­schied­lichste Lebens­um­stände anpas­sen muss, und nicht umge­kehrt.

GESAMTKOMPOSITION

Das Projekt wurde aufgrund der Rahmen­be­din­gun­gen ressour­cen­scho­nend und nutzungs­fle­xi­bel umge­setzt. Das Gesamt­kon­zept wurde als eine Abfolge von Räumen mit mehre­ren Maßstä­ben und unter­schied­li­chen Maßen an Privat­sphäre konzi­piert. Wir, als die Archi­tek­ten, sind gleich­zei­tig Eigen­tü­mer und Nutzer. Unser Anlie­gen war es, ein genera­tio­nen­über­grei­fen­des Heim zu schaf­fen, das je nach Lebens­um­stän­den und Fami­li­en­größe mit den Bedürf­nis­sen mitwach­sen kann.

SZENARIEN DER LEBENSUMSTÄNDE

Bewusst wurde es als ein Mehr­ge­nera­tio­nen­pro­jekt geplant, derzeit werden als Eigen­be­darf 90m² der ausge­bau­ten 300m² Wohn­flä­che genutzt. Der rest­li­che Bereich wird vermie­tet. Falls jedoch die Fami­lie wach­sen sollte, die Eltern pfle­ge­be­dürf­tig werden, oder Kinder auszie­hen ist genau fest­ge­legt, wie der Wohn­raum neu struk­tu­riert werden kann.

GIPFEL

Die letzte Ausbau­phase (Phase 3) beschäf­tigte sich mit der höchs­ten Stelle des Grün­der­zeit­hau­ses. Das Dach­ge­schoss stellt im wahrs­ten Sinne des Wortes den Gipfel der Umge­bung dar. Ein 360 Grad Aus- und Weit­blick beglei­tet das Leben. Auch dieser Wohn­raum kann, je nach Bedürf­nis, mit den ande­ren Ausbau­pha­sen zusam­men­ge­schlos­sen werden.

INNENHOF

Alle priva­ten Räume sind redu­ziert in ihrer Größe gehal­ten, peri­pher ange­legt und zum zentra­len, groß­zü­gi­gen, doppel­ge­schos­si­gen Wohn­raum hin orien­tiert. Man ist hier stän­dig im visu­el­len Austausch.

MATERIALITÄT

Auf einen ehrli­chen gestal­te­ri­schen Umgang mit den Mate­ria­lien wurde geach­tet. Sicht­bar belas­sene Ziegel, Holz, Metall und Mauer­werk und Lehm­putz in unter­schied­li­chen Struk­tu­ren wurden einge­setzt. Groß­zü­gige Vergla­sun­gen sorgen für eine hohe Trans­pa­renz, und eine gute Spei­cher­masse im Konstruk­ti­ons­auf­bau ermög­licht eine Phasen­ver­schie­bung der Hitze und tritt somit der Über­wär­mung entge­gen. Die Fassade wurde aus den kosten­güns­ti­gen, Stan­dard­grund­far­ben der Eter­nit Palette zusam­men­ge­stellt, um etwas Beson­ders zu schaf­fen – ein Muster mit plas­ti­scher Tiefen­wir­kung.

TECHNOLOGIE, ALT & NEU

Die Wahl der hori­zon­tal oder verti­kal geschich­te­ten Holz­rah­men als Konstruk­ti­ons­ele­mente setzt die Konstruk­tion und räum­li­che Logik des histo­ri­schen Gebäu­des auf zeit­ge­mäße Weise fort. Die Anwen­dung moder­ner CNC-Tech­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­no­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­lo­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­gien erfolgte nach dem von Gott­fried Semper formu­lier­ten Konzept: das Gehäuse dient gleich­zei­tig als Konstru­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­k­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ti­ons- und Zier­sys­tem. Beim Ausbau wurden vorhan­dene Ressour­cen wie alte Ziegel nicht einfach entsorgt, sondern wieder­ver­wen­det. Ebenso wurde die alte Holz­de­cke wieder einge­führt, aller­dings als digi­tal gefräste, nach dem Kraft­fluss entwor­fene, neue Konstruk­tion.

SERVICES
Archi­tek­tur (Gene­ral­pla­nung)

Kunde

Samina und Andrei Gheorghe

Fotografen

Gheorghe, Lauralamode